Zum Inhalt springen

Yoga für Herz und Durchblutung: Was die Praxis bewirken kann

Frau macht Yoga in weiten Ausfallschritt auf Matte vor großem Fenster mit Pflanzen und Seil.

Yoga verbindet Körperhaltungen, Atemkontrolle und Entspannung zu einer Praxis, die Blutdruck, Herzfrequenz, Gleichgewicht und bestimmte Werte der Herz-Kreislauf-Gesundheit positiv beeinflussen kann. Zwar wird Yoga oft als Möglichkeit dargestellt, das Herz zu unterstützen und die Durchblutung zu verbessern, doch es gibt keine Belege dafür, dass es grundsätzlich besser ist als Gehen, Radfahren oder Krafttraining. Seine Besonderheit liegt darin, Bewegung und Stressregulation gleichzeitig zu verbinden.

Weshalb kann Yoga dem Herzen guttun?

Ein Teil der möglichen Vorteile ergibt sich aus dem Zusammenspiel von körperlicher Aktivität und der Regulierung des Nervensystems. Kontrolliertes Atmen, Bewegungsabläufe und Entspannungsphasen können die mit Stress verbundene Aktivierung verringern. Zugleich erfordern einige Haltungen Kraft, Stabilität und gezielte Muskelkontrolle. Zusammenfassende Studien zeigten zudem bei bestimmten Gruppen Blutdrucksenkungen, insbesondere bei Menschen mit Bluthochdruck.

Wie kann die Praxis die Durchblutung beeinflussen?

Wenn Arme, Beine und Rumpf abwechselnd bewegt werden, muss sich das Herz-Kreislauf-System fortlaufend anpassen. Parallel dazu untersuchen Studien zur Endothelfunktion, ob regelmässiges Üben die Fähigkeit der Blutgefässe unterstützen kann, sich zu erweitern. Eine Übersichtsarbeit stellte in einem Teil der ausgewerteten Untersuchungen Verbesserungen fest; andere Arbeiten fanden jedoch keinen statistisch belastbaren Effekt. Deshalb lässt sich dieser Nutzen nicht für alle Menschen als gesichert ansehen.

Die Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System kann über verschiedene Wege entstehen und beschränkt sich nicht auf die Anstrengung in einzelnen Haltungen. Untersucht werden unter anderem:

  • eine Senkung des Blutdrucks in einigen Gruppen;
  • die Regulierung der Herzfrequenz;
  • eine geringere stressbedingte Aktivierung;
  • mögliche Verbesserungen der Funktion der Blutgefässe;
  • Fortschritte bei Gleichgewicht, Beweglichkeit und körperlicher Stabilität.

Ersetzt Yoga Gehen, Radfahren und Krafttraining?

Nicht unbedingt. Zügiges Gehen, Radfahren und andere Ausdaueraktivitäten erhöhen Herzfrequenz und Atmung über einen längeren Zeitraum. Widerstandsübungen setzen dagegen spezifische Reize, um Muskelkraft aufzubauen und zu erhalten. Die American Heart Association führt Yoga als sinnvolle Aktivität innerhalb eines abwechslungsreichen Trainingsprogramms auf, nicht als zwingenden Ersatz für andere Bewegungsformen.

Atmung und Bewegung gehören zur selben Übung

Ein Merkmal von Yoga für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist, dass es nicht allein darauf ankommt, eine bestimmte Position zu erreichen. Kontrolliert zu atmen, die Ausrichtung zu halten und Übergänge ohne Hast auszuführen, sind ebenso Bestandteile der Praxis. Daher kann eine Yogaeinheit je nach gewähltem Stil und Abfolge der Haltungen sehr unterschiedlich intensiv ausfallen.

Damit die Aktivität sinnvoll genutzt wird, ohne zu schnell voranzuschreiten, unterstützen einige Hinweise eine regelmässige Praxis:

  • mit Haltungen beginnen, die zur eigenen Beweglichkeit passen;
  • während der Anstrengung nicht die Luft anhalten;
  • Gleichgewicht und Bewegungsumfang schrittweise steigern;
  • Positionen nicht weiter ausführen, wenn sie Schmerzen verursachen;
  • die Praxis über die Woche hinweg mit Ausdauer- und Kräftigungsaktivitäten verbinden.

Wie lässt sich Yoga am besten für die Herz-Kreislauf-Gesundheit nutzen?

Der grösste Nutzen zeigt sich tendenziell, wenn Yoga regelmässig praktiziert und in einen körperlich aktiven Alltag eingebunden wird. Internationale Empfehlungen sehen weiterhin 150 bis 300 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche oder eine entsprechende Menge intensiver Aktivität vor. Hinzu kommen Kräftigungsübungen für die grossen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Yoga kann diese Kombination durch Bewegung, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Entspannungstechniken ergänzen.

Yoga als „beste Übung“ zu bezeichnen, vereinfacht eine Frage, die von Alter, Trainingszustand und individuellen Zielen abhängt. Sein Vorteil besteht darin, Körperarbeit und Atemkontrolle in einer einzigen Einheit zusammenzuführen, wobei es vielversprechende Hinweise zu Blutdruck, Stress und einigen Aspekten der Gefässfunktion gibt. Für Herz und Durchblutung bleibt ein regelmässig aktiver Lebensstil mit unterschiedlichen Trainingsreizen verlässlicher, als sich auf nur eine Bewegungsform zu verlassen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen