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Alzheimer-Krankheit: 7 Massnahmen zur Senkung des Demenzrisikos

Ältere Frau führt Gespräch im Park, im Hintergrund Gruppe macht Gymnastik, Tisch mit gesunder Nahrung.

Der September ist weltweit der Aufklärung über die Alzheimer-Krankheit gewidmet und unterstreicht, wie wichtig Prävention, eine frühe Diagnose und die Beobachtung kognitiver Veränderungen sind. Demenz tritt zwar mit zunehmendem Alter häufiger auf, darf jedoch nicht als unausweichliche Folge des Älterwerdens betrachtet werden.

Ein aktueller Bericht von The Economist wies darauf hin, dass der Anteil älterer Menschen mit Demenz in einigen Industrieländern über die vergangenen Jahrzehnte gesunken ist. Als mögliche Gründe gelten unter anderem eine bessere Kontrolle kardiovaskulärer Risiken, Fortschritte bei der Diagnostik und neue therapeutische Optionen.

„Das ist eine wichtige Erkenntnis, weil sie zeigt, welchen Einfluss Prävention und regelmässige Begleitung auf die Alterung des Gehirns haben können. Weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle, die Kontrolle von Risikofaktoren sowie Fortschritte bei neuen Therapien tragen zu dieser Entwicklung bei“, erklärt Dr. Álvaro Pereira, Angiologe, promoviert in Gefässchirurgie an der Abteilung für Bioingenieurwesen des INCOR-HCFMUSP und Postdoktorand am B&H Hospital – Harvard.

Im Juli 2026 aktualisierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Empfehlungen zur Verringerung des Risikos für kognitiven Abbau und Demenz. Sie wies darauf hin, dass sich bis zu 45 % der Risiken verhindern oder hinauszögern lassen könnten. Zu den Massnahmen zählen:

1. Regelmässig körperlich aktiv sein

Bewegung tut nicht nur dem Körper, sondern auch dem Gehirn gut. Körperliche Aktivität unterstützt die Herz-Kreislauf-Gesundheit und hilft, Faktoren wie Blutdruck, Gewicht und Diabetes zu regulieren, die mit dem Risiko eines kognitiven Abbaus verbunden sind. Die WHO führt regelmässige Bewegung als eine der Strategien zur Senkung des Demenzrisikos auf.

2. Nicht rauchen

Rauchen steht mit verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang und kann Faktoren verstärken, die mit einem Demenzrisiko verbunden sind. Das Aufgeben des Rauchens gehört daher zu den von der WHO empfohlenen Massnahmen zur Risikoreduktion.

3. Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Eine gesunde Ernährung fördert die Kontrolle von Gewicht, Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin und unterstützt zugleich die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Auch diese Aspekte sind Teil der Empfehlungen, um das Risiko für kognitiven Abbau und Demenz zu reduzieren.

4. Alkoholkonsum begrenzen

Übermässiger Alkoholkonsum kann die Gesundheit auf unterschiedliche Weise beeinträchtigen und zählt zu den Faktoren, die bei der Prävention berücksichtigt werden sollten. Die aktualisierten WHO-Empfehlungen nennen eine Reduzierung des Alkoholkonsums als Massnahme zur Risikosenkung.

5. Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker kontrollieren

Wer seine Herz-Kreislauf-Gesundheit schützt, tut auch etwas für das Gehirn. Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte gehören zu den Erkrankungen, die überwacht und angemessen behandelt werden sollten. Die Kontrolle dieser Faktoren kann dazu beitragen, das Demenzrisiko zu verringern.

6. Geistig und sozial aktiv bleiben

Neue Dinge zu lernen, geistig aktiv zu bleiben und soziale Kontakte zu pflegen, unterstützt einen aktiveren Alterungsprozess. Soziale Isolation und Einsamkeit werden ebenfalls mit erheblichen Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität in Verbindung gebracht.

7. Ärztliche Betreuung wahrnehmen und kognitive Veränderungen nicht übergehen

Prävention umfasst auch eine kontinuierliche Gesundheitsvorsorge sowie eine Untersuchung bei anhaltenden Veränderungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit, des Denkvermögens oder anderer kognitiver Funktionen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, die Ursachen solcher Veränderungen abzuklären und passende Begleitstrategien festzulegen.

Mit zunehmendem Alter können Veränderungen in der Kommunikation zwischen Nervenzellen Funktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Lernen und Denkvermögen beeinflussen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Demenz zwangsläufig eine Folge des Alters ist.

„Wir leben länger. Die Herausforderung besteht nun darin, so zu altern, dass Selbstständigkeit, Lebensqualität und kognitive Funktionen erhalten bleiben. Prävention, ärztliche Begleitung und neue Technologien können zu diesem Ziel beitragen“, sagt Dr. Álvaro Pereira.

Frauen benötigen besondere Aufmerksamkeit

Die in der Fachzeitschrift Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry veröffentlichte Studie „Lebenszeitrisiko häufiger neurologischer Erkrankungen bei der älteren Bevölkerung“ schätzte, dass das Lebenszeitrisiko, ab dem 45. Lebensjahr an Demenz, Schlaganfall oder Parkinsonismus zu erkranken, bei Frauen 48,2 % und bei Männern 36,2 % beträgt. Für Dr. Álvaro Pereira unterstreichen diese Daten die Bedeutung lebenslanger Prävention.

Auch neue Technologien rücken in den Fokus

Neben präventiven Gewohnheiten und der Kontrolle von Risikofaktoren werden neue Technologien als ergänzende Ansätze für die Gehirngesundheit untersucht. Dazu gehört die transkranielle Photobiomodulation, eine nicht invasive Technik, bei der Licht mit spezifischen Parametern eingesetzt wird, um Prozesse zu beeinflussen, die mit mitochondrialer Aktivität, der Durchblutung des Gehirns und Neuroinflammation zusammenhängen.

Untersuchungen befassen sich mit möglichen Vorteilen für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und kognitive Leistungsfähigkeit, obwohl weiterhin grössere Studien und stärker standardisierte Protokolle erforderlich sind. „Die Photobiomodulation kann ein ergänzendes Instrument innerhalb einer umfassenderen Versorgung für die Gehirngesundheit sein. Sie soll keine Medikamente oder andere Therapien ersetzen, sondern die Möglichkeiten der Begleitung erweitern“, erläutert Dr. Álvaro Pereira.

Die Aussicht besteht darin, dass die Verbindung aus Prävention, ärztlicher Betreuung, früher Diagnose und fortschreitender Forschung dazu beiträgt, dass eine steigende Lebenserwartung auch mit dem Erhalt von Selbstständigkeit und kognitiven Funktionen einhergeht.

Von Adriana Quintairos

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