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Moderna und Merck: mRNA-Impfstoff gegen Melanom sorgt für Börsensprung

Ärzte analysieren auf Monitor Abbildung eines Körpers mit markierten Hautveränderungen im medizinischen Besprechungsraum.

In Zusammenarbeit mit Merck entwickelt Moderna einen mRNA-Impfstoff gegen eine der schwersten Formen von Hautkrebs: das Melanom. Positive erste Daten aus der jüngsten Phase der klinischen Studien liessen die Aktie des US-Unternehmens an der Börse stark steigen.

Fünf Jahre nachdem das Unternehmen während der Covid-19-Pandemie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, erlebte Moderna einen spektakulären Kurssprung: Am Mittwoch stieg die Aktie um 88 %. Am 19. August 2026 gab das Biotechnologieunternehmen erste positive Ergebnisse einer gross angelegten klinischen Studie zu seinem gemeinsam mit Merck entwickelten Krebsimpfstoff bekannt.

Intismeran: mRNA-Impfstoff gegen Melanom

Die betreffende Krebstherapie trägt den Namen Intismeran und wurde erstmals 2022 getestet. Wie die Covid-19-Impfung basiert sie auf mRNA. Die Injektion verfolgt zwei Ziele: Sie soll einerseits das Risiko eines Krebsrückfalls senken und andererseits verhindern, dass sich der Krebs auf weitere Körperregionen ausbreitet. Die Zwischenanalyse ergab, dass der Impfstoff beide Ziele erreicht.

Schon vor der Zusammenarbeit mit Moderna entwickelte Merck eine Therapie. Die Behandlung namens „Keytruda“ erzielte jedoch keine gute Rate beim rückfallfreien Überleben. Modernas Arbeit ergänzte Mercks Immuntherapie daher um eine personalisierte mRNA-Behandlung.

1.100 Patienten in der letzten Phase der klinischen Studien

Die Therapie befindet sich nun in Phase 3 der klinischen Erprobung. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könnten Moderna und Merck ihre Behandlung auf den Markt bringen. Bislang liegen lediglich Zwischenergebnisse vor, weshalb detaillierte Daten zur Wirksamkeit noch nicht verfügbar sind. In dieser entscheidenden dritten Phase nehmen 1.100 Personen an den klinischen Studien teil.

Bei Erfolg wäre dies die erste Zulassung dieser Art für einen mRNA-Krebsimpfstoff. Zugleich wäre es ein wichtiger Fortschritt für den Einsatz dieser Technologie gegenüber herkömmlichen Impfstoffen. Bei Melanom-Hautkrebs kann die „massgeschneiderte“ Therapie auf die spezifischen Mutationen im Tumor jedes einzelnen Patienten abgestimmt werden.

Wie mRNA im Körper wirkt

mRNA ist eine injizierte Molekülform, die den Körperzellen gewissermassen eine Anleitung liefert. Nach der Verabreichung stellt der Körper die gewünschten Proteine her; das Immunsystem reagiert daraufhin und bildet die erforderlichen Antikörper. Anders als oft angenommen, „verändert“ mRNA die DNA nicht: Die Moleküle werden von den Zellen abgebaut und gelangen niemals in deren Zellkern, in dem sich die DNA befindet.

Aussergewöhnlicher Börsensprung bei Moderna, moderater Anstieg bei Merck

Die positiven Ergebnisse zum Krebsimpfstoff liessen die Moderna-Aktie nahezu um 100 % steigen. Parallel dazu legte der Kurs der Merck-Aktie um 11,2 % zu. Zwei Faktoren erklären, weshalb die Börsenreaktion bei einem der beiden Pharmakonzerne aussergewöhnlich stark und beim anderen deutlich verhaltener ausfiel.

Erstens befindet sich Moderna in einer schwierigen Phase, weil die Einnahmen nach dem ausserordentlichen Geschäft während der Pandemie stark zurückgingen. Von mehr als 19 Millionen Dollar im Jahr 2022 fielen sie auf weniger als 7 Millionen Dollar 2023, 3,2 Millionen Dollar 2024 und unter 2 Millionen Dollar 2025.

Der zweite Grund liegt in der Bedeutung dieser Nachricht für die jeweiligen Unternehmen. Für Moderna hätte eine Markteinführung der Behandlung erhebliche Folgen für das Geschäft, da das Unternehmen bislang nicht in diesem Bereich vertreten war. Für Merck würde die Zulassung dagegen lediglich eine bereits angebotene Therapie stärken. Die Absatzmengen dürften folglich steigen, doch Merck erzielt mit seiner Behandlung bereits Einnahmen.

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