Die Website von Polymarket ist in Frankreich künftig nicht mehr erreichbar. Die Nationale Glücksspielbehörde hat die Internetanbieter angewiesen, die Adresse zu sperren.
Wer die Nachrichten regelmäßig verfolgt, kennt vermutlich die Prognoseplattform Polymarket. Dort lassen sich Wetten auf Ereignisse wie Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft, den Friedensnobelpreis, Kriege oder die Veröffentlichung von Googles nächstem KI-Modell abschließen. Der viel diskutierte Dienst ist in Frankreich jedoch nicht zugelassen. Wie die Nationale Glücksspielbehörde (ANJ) kürzlich mitteilte, hatte das Unternehmen hinter Polymarket nach einer Aufforderung bereits eine geografische Sperre für Transaktionen aus Frankreich eingerichtet. Die ANJ prangert jedoch weiterhin Umgehungsmöglichkeiten an.
Polymarket trotz Transaktionssperre stark besucht
Ungeachtet dieser „Sperre“ für Transaktionen verzeichnet Polymarket aus Frankreich weiterhin Hunderttausende Aufrufe. Nach den von der ANJ angeführten Daten kam Polymarket im Juni auf 578.751 Besuche und 205.057 eindeutige Besucher aus dem französischen Staatsgebiet. Deshalb entschied die ANJ, gegenüber Polymarket eine strengere Maßnahme durchzusetzen und die Webadresse behördlich sperren zu lassen.
„Am 16. Juli 2026 ordnete der Präsident der Nationalen Glücksspielbehörde den französischen Internetzugangsanbietern an, den Zugang zur Website Polymarket zu blockieren. Denn diese Website mit besonders hohen Reichweiten bewirbt ein illegales Angebot von Glücks- und Geldspielen“, erläutert die ANJ in ihrer Mitteilung.
Vollständige Sperrung der Website
„Die Startseite der Website, die in Echtzeit und dynamisch die Quoten für die verschiedenen Ereignisse anzeigt, auf die Wetten abgeschlossen werden können, stellt damit einen wichtigen Kanal für die Verbreitung und Bewerbung der Angebote von Polymarket dar, obwohl dessen Tätigkeit auf französischem Staatsgebiet nicht zugelassen ist“, kritisiert die ANJ in der Mitteilung.
Ermittlungen zu auffälligen Wetten
Darüber hinaus verwies die Behörde auf Wetten, die „verfälscht erschienen“, insbesondere auf Wetterwetten. Diese sind Gegenstand einer Untersuchung durch die Abteilung zur Bekämpfung der Cyberkriminalität der Staatsanwaltschaft Paris. Nach Angaben der Glücksspielaufsicht soll die Untersuchung außerdem ergeben haben, dass Polymarket über „kein Verfahren zur Identifizierung der Nutzer verfügt, um deren Integrität sicherzustellen“.
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