Zum Inhalt springen

Tee und seine gesundheitlichen Vorteile

Hand gießt dampfenden Tee aus Glaskanne in Glas, auf Tisch Obst, Teeblätter und Stethoskop.

Tee zählt weltweit zu den am häufigsten getrunkenen Getränken – und das aus gutem Grund. Eine wachsende Zahl an Studien weist darauf hin, dass Tee zahlreiche Bereiche der Gesundheit unterstützt: vom Gehirn und Herz bis hin zur Muskelkraft im Alter.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit des Tea Research Institute der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften (CAAS) untersucht, auf welche Weise dieses traditionsreiche Getränk wirkt.

Die Forschenden kamen zu dem Ergebnis, dass Tee, insbesondere grüner Tee, dabei helfen kann, bedeutenden Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen und Diabetes entgegenzuwirken.

Allerdings sind Teeprodukte nicht gleichwertig. Frisch aufgebrühter Tee kann vorteilhaft sein, während zuckerhaltiger Bubble Tea oder abgefüllte Getränke aus dem Handel der Gesundheit eher schaden können.

Teeinhaltsstoffe und ihre Wirkung im Körper

Tee wird aus den Blättern der Pflanze Camellia sinensis gewonnen. Im alten China nutzten Menschen Tee zunächst als Heilmittel, bevor er sich in vielen Kulturen zu einem alltäglichen Getränk entwickelte.

Die Teeblätter liefern natürliche Pflanzenstoffe, die Polyphenole genannt werden. Eine wichtige Untergruppe bilden die Catechine. Da grüner Tee nur wenig verarbeitet wird, bleiben besonders hohe Mengen dieser Stoffe erhalten.

Neben Catechinen enthält grüner Tee Koffein sowie die Aminosäure Theanin. Sie kann ins Gehirn gelangen und fördert sowohl Entspannung als auch Konzentration.

Eine gewöhnliche Tasse aufgebrühter grüner Tee enthält mehrere hundert Milligramm Catechine sowie geringe Mengen Koffein.

Schwarzer Tee entsteht durch Fermentation. Dabei werden Catechine in andere Stoffe umgewandelt, darunter Theaflavine und Thearubigine. Diese Veränderungen beeinflussen, in welchem Umfang die Substanzen vom Körper aufgenommen werden.

Wie Tee das Herz unterstützt

Es gibt überzeugende Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Teekonsum und einem niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien zeigen, dass grüner und schwarzer Tee den Wert des schlechten Cholesterins senken und den Blutdruck reduzieren können.

Zudem fördern Teeinhaltsstoffe die Funktion der Blutgefäße, indem sie die Aktivität von Stickstoffmonoxid unterstützen. Ein besserer Blutfluss entlastet das Herz.

Große Bevölkerungsstudien berichten bei regelmäßigen Teetrinkenden über niedrigere Sterberaten. Die deutlichste Risikosenkung zeigt sich offenbar bei herzbezogenen Ursachen.

Ein moderater Konsum von etwa zwei Tassen täglich bringt erkennbare Vorteile. Für die meisten gesunden Erwachsenen scheint eine höhere Menge nicht schädlich zu sein.

Beim Schutz vor Krebs ist die Studienlage uneinheitlich. Tierversuche zeigen ausgeprägte Schutzeffekte, doch die Ergebnisse bei Menschen fallen unterschiedlich aus.

Die Evidenz wirkt bei Krebserkrankungen im Mundraum, Lungenkrebs bei Frauen und Darmkrebs stärker. Unterschiede bei Genetik, Lebensstil und Umwelt könnten die widersprüchlichen Befunde erklären.

Tee unterstützt Gewicht und Blutzucker

Tee kann den Stoffwechsel und die Kontrolle des Körpergewichts fördern. Catechine tragen dazu bei, die Fettaufnahme zu verringern und den Energieverbrauch zu erhöhen.

Klinische Studien zeigen bei Erwachsenen mit Übergewicht nach regelmäßigem Konsum von grünem Tee ein geringeres Körpergewicht und weniger Körperfett. Auch bei Cholesterinwerten und Markern für oxidativen Stress wurden Verbesserungen beobachtet.

In vielen Untersuchungen steht Teekonsum außerdem mit einem niedrigeren Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung. Grüner Tee fördert die Insulinempfindlichkeit und kann einer Gewichtszunahme entgegenwirken.

Einige Studien fanden bei Menschen mit bereits bestehendem Diabetes keinen Nutzen. Das deutet darauf hin, dass Tee eher zur Vorbeugung als zur Behandlung geeignet ist.

Gehirn- und Muskelgesundheit durch Tee

Tee fördert die Gesundheit des Gehirns, besonders im Alter. Untersuchungen zeigen bei älteren Menschen, die häufig Tee trinken, bessere Gedächtnisleistungen und Denkfähigkeiten.

In diesen Gruppen treten zudem niedrigere Werte von Markern auf, die mit Alzheimer verbunden sind. Theanin könnte Stress mindern und die Kommunikation zwischen Nervenzellen unterstützen.

Auch die Muskulatur profitiert vom Teekonsum. Catechine können den Muskelabbau verringern und die Kraft verbessern.

Klinische Studien belegen nach einer Catechin-Supplementierung eine stärkere Handgriffkraft und mehr Muskelmasse. Kräftige Muskeln fördern im höheren Lebensalter Gleichgewicht, Mobilität und Selbstständigkeit.

Teetrinken senkt Entzündungen

Teeinhaltsstoffe können Entzündungen in vielen Körpersystemen verringern. Der Konsum von grünem Tee senkt Marker wie C-reaktives Protein und Tumornekrosefaktor alpha. Weniger Entzündungen unterstützen die Herzgesundheit und ein ausgeglichenes Stoffwechselgeschehen.

Tee weist zudem antibakterielle und antivirale Eigenschaften auf. Catechine können das Wachstum von Bakterien im Mund hemmen und dadurch Zahnbelag sowie Zahnfleischerkrankungen reduzieren.

Auch gegen Influenzaviren und andere Atemwegsviren zeigt sich eine antivirale Wirkung. Das Gurgeln mit Lösungen aus Teecatechinen hat bei älteren Erwachsenen die Infektionsraten gesenkt.

Zuckerhaltige Teegetränke können schaden

Nicht jedes Teeprodukt fördert die Gesundheit. Abgefüllter Tee verliert durch Erhitzung und Lagerung oft Catechine.

Zugesetzte Säuren helfen zwar, die Farbe zu bewahren, können die aktiven Inhaltsstoffe jedoch nicht vollständig schützen. Süßungsmittel wie Zucker, Maissirup oder künstliche Ersatzstoffe bringen zusätzliche Gesundheitsrisiken mit sich.

Bubble Tea enthält Perlen aus raffinierter Stärke, Zuckersirup und nicht milchhaltige Kaffeeweißer. Diese Zutaten erhöhen die Kalorienaufnahme und steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer solche Getränke oft konsumiert, kann die natürlichen Vorteile von Tee wieder aufheben.

In Tee finden sich geringe Mengen an Verunreinigungen wie Pestiziden, Schwermetallen und Mikroplastik. Da nur ein Teil davon ins Wasser übergeht, senkt das Aufbrühen die Belastung. Risikobewertungen zeigen bei üblichen Konsummengen für die meisten Menschen ein geringes Risiko.

Frisch aufgebrühter Tee bietet den größten gesundheitlichen Nutzen. Regelmäßiger, moderater Konsum unterstützt die Herzgesundheit, die Gehirnfunktion, die Muskelkraft und das Gleichgewicht des Immunsystems.

Verarbeitete Teegetränke sollten dagegen gelegentliche Genussmittel bleiben. Einfache Zubereitungsmethoden helfen, natürliche Inhaltsstoffe zu erhalten und unnötige Zusätze zu vermeiden.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen