Eine niedrige Luftfeuchtigkeit, die im Winter in vielen Regionen Brasiliens häufig vorkommt, erfordert nicht nur mit Blick auf die menschliche Gesundheit Aufmerksamkeit, sondern auch für Haustiere. Die trockene Luft kann bei Hunden und Katzen Haut, Schleimhäute und Atemwege austrocknen und bei empfindlicheren Tieren zusätzliches Unwohlsein verursachen.
Laut Aline Ambrogi, Dozentin für Veterinärmedizin am Centro Universitário de Jaguariúna (UniFAJ), beeinträchtigt geringe Luftfeuchtigkeit den natürlichen Schutz der Atemwege. „Trockene Luft lässt die Schleimhäute der Nase, der Augen und der Atemwege austrocknen, wodurch der natürliche Schutz vor infektiösen Erregern abnimmt. Ausserdem begünstigt sie Dehydrierung und kann bereits bestehende Atemwegs- und Hauterkrankungen verschlimmern“, erklärt sie.
Bei Haustieren können eine trockene Nase, trockene Augen und Ballen sowie Husten und gereizte Atemwege auftreten. Die trockene Jahreszeit kann zudem das Entstehen oder die Verschlechterung von Bindehautentzündungen, Dermatitis und Juckreiz fördern. Bei entsprechend veranlagten Tieren kann niedrige Luftfeuchtigkeit Anfälle von Bronchitis, felinem Asthma und Trachealkollaps begünstigen.
Einige Haustiere sind besonders anfällig
Nicht alle Tiere reagieren gleich auf trockene Witterung. Zu den Tieren, die besonders sorgfältige Betreuung benötigen, zählen brachyzephale Hunde und Katzen mit kurzer Schnauze. Französische Bulldoggen, Möpse, Englische Bulldoggen, Shih Tzus und Perserkatzen gehören beispielsweise dazu.
„Brachyzephale Tiere haben bereits anatomisch bedingte Atemprobleme und können daher in Phasen niedriger Luftfeuchtigkeit stärker leiden. Hunde mit Trachealkollaps, ältere Tiere, herzkranke Tiere sowie Tiere mit chronischen Atemwegserkrankungen benötigen ebenfalls besondere Aufmerksamkeit“, warnt die Dozentin.
Pflege für Haustiere bei trockenem Wetter
Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung zählt zu den wichtigsten Massnahmen, um die Folgen von trockenem Wetter zu mindern. Frisches, sauberes Wasser sollte jederzeit bereitstehen, und die Tiere sollten über den Tag hinweg zum Trinken animiert werden. Falls der Tierarzt es empfiehlt, können Feuchtfutterprodukte wie Portionsbeutel ebenfalls dazu beitragen, die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen.
Spaziergänge sollten vorzugsweise zu Tageszeiten stattfinden, in denen es weniger heiss ist und die Luft weniger trocken ist, etwa am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. In Innenräumen helfen gut gelüftete Räume und, wenn möglich, ein Luftbefeuchter. Empfohlen wird eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40% und 60%. Auch mit Wasser gefüllte Behälter können zur Befeuchtung der Raumluft beitragen.
Regelmässiges Reinigen der Wohnung ist eine weitere wichtige Vorsichtsmassnahme, da dadurch die Staubkonzentration sinkt, welche die Atemwege reizen kann. Zudem sollten Tiere weder Zigarettenrauch noch Rauch von Vegetationsbränden ausgesetzt werden.
Wann sollte ein Tierarzt aufgesucht werden?
In Zeiten niedriger Luftfeuchtigkeit sollten Veränderungen im Verhalten und Gesundheitszustand von Haustieren aufmerksam beobachtet werden. Anhaltender Husten, Atemnot, starker Augenausfluss, Teilnahmslosigkeit und eine geringere Wasseraufnahme gelten als Warnzeichen.
„Treten diese Anzeichen auf, sollte das Tier von einem Tierarzt untersucht werden. Insbesondere bei Tieren, die bereits Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen oder andere chronische Beschwerden haben, ist es nicht ratsam, abzuwarten, ob die Symptome von selbst verschwinden“, rät Aline Ambrogi.
Mit einfachen Massnahmen zur Flüssigkeitsversorgung, zur Kontrolle des Umfelds und durch Aufmerksamkeit für klinische Anzeichen lassen sich die Auswirkungen trockenen Wetters verringern. So erhalten die Tiere während der Zeit niedriger Luftfeuchtigkeit mehr Komfort und Sicherheit.
Von Camila Lopes
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